Barock begegnet Bauhaus | Bach in der Weißen Stadt 

- Das Projekt in Kürze:

Der junge israelische Mandolinist Alon Sariel verbindet die beiden Städte Weimar und Tel Aviv musikalisch und kreiert - zusammen mit seinem Ensemble Concerto Foscari - seine persönliche Hommage an das Bauhaus zu dessen 100. Geburtstag.

Die Nähe und Liebe vieler Bauhaus-Meister wie Wassily Kandinsky, Paul Klee oder Lyonel Feininger zur Musik, fordert zur Auseinandersetzung der beiden Kunstformen- und Disziplinen auf. Im Jubiläumsjahr des Bauhauses sollen Vergangenheit (Bach- und Bauhaus-Gründungsstadt Weimar) und Gegenwart (UNESCO Welterbe "Weiße Stadt" in Tel Aviv) musikalisch betrachtet und in Kontext gesetzt werden. Die Werke Johann Sebastian Bachs und ein neues Auftragswerk des israelischen Komponisten Amit Weiner stehen im Zentrum.

Weimar 1919: Walter Gropius gründet das Bauhaus und legt den Grundstein zu einem neuen Ästhetik-Ideal in der Architektur, im Design und anderen Künsten.

Tel Aviv 2003: Die "Weiße Stadt" wird UNESCO-Welterbe als das weltweit größte, noch erhaltene Ensemble von Bauhaus Architektur.


Der Mandolinist Alon Sariel und Concerto Foscari verbinden die beiden Städte Weimar und Tel Aviv musikalisch und kreieren ihre persönliche Hommage an das Bauhaus zu dessen 100. Geburtstag. Im Zentrum des Konzerts steht “Walk with Bach - A Journey Concerto for Mandolin and a Baroque Orchestra”, eine Auftragskomposition des israelischen Komponisten Amit Weiner. Sie versteht sich als Paraphrase auf Johann Sebastian Bachs “Italienisches Konzert”, das Alon Sariel für Mandoline und sein Ensemble arrangiert. Es folgen ausgewählte, weitere Stücke von Johann Sebastian und seine in Weimar geborene Söhne: Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel.

Weimar ist zugleich Bauhaus-Wiege und Symbol der deutschen Bach-Tradition ― Musikgeschichte, die das Bauhaus in den musikalischen Programmen seiner legendären Feste zum Teil wieder aufleben lies. Bachverehrung und Wertschätzung des musikalischen Barock, der in seiner strengen Formsprache dem Geist der Bauhaus-Architektur am nächsten zu stehen schien, sind Bestandteil einer Bewegung, die am Beginn der Moderne alle Kunstformen zu durchdringen sucht. Lyonel Feininger, der in seinem Atelier regelmäßig Bach auf dem Klavier spielt, beginnt unter dem Eindruck dessen Genialität eigene Fugen zu komponieren. Neoklassizisten wie Igor Strawinsky und der große Bach-Bearbeiter Ferruccio Busoni sind Gäste beim Jubiläumsfest 1923 in Weimar.

Ortswechsel: Im Jahr 1921 wird die noch junge Stadt Tel Aviv eigenständig. In Neve Tzedek, einem der ältesten Viertel Tel Avivs, steht das Weltkulturerbe “Die Weiße Stadt”, ein einmaliges Bauhaus-Ensemble, das von namhaften jüdischen Architekten erbaut wurde. Tel Aviv wird in den 30er Jahren zu einer Metropole der europäischen und auch deutschen Kultur, das Bauhaus-Erbe verleiht der Stadt ihr unverwechselbares Gesicht. Im Gepäck haben die Zuwanderer das musikalische Gedächtnis ihres bisherigen Lebens, darunter die Werke Bachs.

Das Programmkonzept ist zum einen der Blick auf Bach, der in Weimar einen bedeutenden Teil seines Orgelwerks schuf und sich damit musikhistorisch ins kollektive Gedächtnis des Ortes eingrub; und zum anderen die Beleuchtung der zeitgenössischen Musikszene Israels, die die historische DNS Tel Avivs in sich trägt. Zwei Städte, die im Charakter nicht unterschiedlicher sein konnten, die jedoch mittels ihrer “Klang-Architekturen” etwas von der metaphysischen Idee Paul Klees, einer “Gleichzeitigkeit der Elemente”, erahnen lassen.

Das Konzert ist als Begleitprogramm (nach Möglichkeit auch mit Video-Art von Asaf Lewkowitz nach Bildern Shalom Flashs als Raumprojektion) zu Bauhaus-Themenausstellungen in Niedersachsen 2019 konzipiert. Es bietet eine außergewöhnliche musikalische Assoziation zum Bauhaus-Jubiläum!