Mit „Symphonie pour David“ präsentiert Concerto Foscari einen spannenden Seitenweg der reformatorischen Bestrebungen im 16. Jahrhundert und folgt den Spuren des Genfer Psalters von den ersten calvinistischen Gemeinden in Straßburg und Genf durch Europa bis in das Osmanische Reich. Die Leistung der „cultural translation“ in Bezug auf die Tradierung des Psalters in das Osmanische Reich respektive in Bezug auf den kulturellen Aneignungs- und Übersetzungsprozess des Psalters in die türkische Sprache und Kultur, birgt auch heute eine hohe aktualisierte Relevanz, wenn wir über gegenwärtige gesellschaftliche und kulturelle Transferprozesse diskutieren. 

Musikalisch birgt dieses Programm aussergewöhnliche Hörerfahrungen. Jeder Künstler wird solistisch wahrzunehmen sein, z.B. mit Solo-Diminutionen aus dem niederländischen Raum von Jan Pieterszoon Sweelinck (Orgel) und Jacob van Eyck (Blockflöte), sowie in der Übertragung der Psalmen durch ‘Alī Ufuḳī (Oud und Ney). Die farbenreiche Continuogruppe (Laute, Gambe, Dulcian und Truhenorgel) symbolisiert den Reichtum des Genfer Psalters und verbindet die unterschiedlichen musikalischen Beiträge auf eine besondere, phantasievolle Weise. 

Die verschiedenen Tradierungen des Genfer Psalters werden um ausgewählte Kompositionen von Samuel Scheidt und Johann Rosenmüller ergänzt. Zu hören sind Werke aus Scheidts „70 Symphonien auff Concerten-manir“ und die „Paduanen, Alemanden, Couranten, Balletten und Sarabanden mit drei Stimmen und Basso pro Organo“ von Rosenmüller – Kompositionen die unmittelbar im Umfeld des Dreißigjährigen Krieges entstanden.

"Symphonie pour David" wird durch das Musikvermittlungsformat "Gambes Lied" für Kinder zwischen drei bis acht Jahre ergänzt.